Pressestimmen 2005
 
Die Neuß Grevenbroicher Zeitung schrieb:
Kleine Kunstwerke
 

Von Carina Wernig

Monatelang haben sich die Schützen Gedanken gemacht, wie sie die Zuschauer des Fackelzuges am Samstagabend erfreuen können: Aus Ideen entstanden nach und nach kleine Kunstwerke. Mit viel Liebe zum Detail kümmerten sich die Schützen um die Umsetzung, schufteten viele Stunden, um am morgigen Samstag den fertigen Leuchtwagen den Zuschauern präsentieren zu können.

Neuss Ein kurzer Abstecher in die Fackelbauhallen verspricht einen unterhaltsamen und schönen Fackelzug am Samstagabend. Insgesamt 83 Großfackeln haben die Schützen wieder auf die Beine gestellt. Allein die Themenauswahl ist wieder eine gute Mischung aus lokalen und überregionalen Themen, wobei sowohl Jubiläen als auch „Kinderstunde“-Figuren nicht fehlen dürfen.

Ein großes Flugzeug - mit hoch klappbaren Tragflächen - haben die Jäger von „Jagdhorn“ gebaut. „Wie der A 380 mit viel Dynamik eingeführt wurde, so nimmt auch das Jägerkorps durch viele Aktionen der vergangenen Jahre Fahrt auf“, erklärt Oberleutnant Peter Blumnau. Folgerichtig heißt die Fackel nicht nur „Wir starten durch“, sondern sitzen auf dem Flugzeug auch drei Jäger. Die ins Gespräch gebrachte Bob- und Rodelbahn in Neuss nehmen die Jäger von „Greenhorn“ mit „Bob Neuss I“ auf die Schippe, während sich die Grenadiere von „Mer maake möt“ dem Feinstaub in der Innenstadt mit der Fackel „Neusser Feinstaubmonster“ nähern. Es gibt natürlich auch Schützenthemen, zum Beispiel „Endlich ein Sappeur“ von den Grenadieren des Zugs „Immer treu“ und das schöne Schützenglockenspiel vom Vogthaus, das die Jäger von „Flotte Hirsche“ nachgebaut haben.

Die „Hessepözer“ aus der Schützenlust haben wieder einmal eine riesige Fackel gebaut: Auf einem knallroten 10:1-Bobbycar, das seinen „33. Geburtstag“ feiern kann, prangt zudem der Satz „Wir sind Münsterschüler!“ Da viele der Hessepözer dort zur Schule gegangen sind, „wollten wir zeigen, wie wichtig diese Innenstadt-Grundschule ist und dass wir ihr verdanken“, betont Bernhard „Bulle“ Haeffs.

Ein schön kugelrunder „kleiner Elefant“ aus der „Sendung mit der Maus“ darf ebenso wenig fehlen wie Schnappi, Sponge Bob - Schwammkopf und die Unglaublichen. Und die „Flimmflämmkes“ haben zu ihrem Silberjubiläum eine Torte gebaut. „Sie wird mit Effektleuchten und Flatterband ausgestattet“, sagte Oberleutnant Michael Brücker.

Letzte Konturen für die Fackel: Während im Hintergrund die Kunstwerke-Nachbauten des Grenadierzugs „Mer donnt möt ut Frack“ zur „Kunst-stadt(t) Neuss - Kunst statt Patt“ leuchten, wird sich hier noch um die Schrift gekümmert

Erfindungsreich sind nicht nur die Themen, sondern auch die Umsetzungen. Die „Monsignore und Nappone“-Fackel des Schützenlustzugs „Flaschenzug“, bei dem sich Oberpfarrer und Bürgermeister mit der NGZ eins auswischen, wurde in mehreren Teilen gebaut, um sie erst auf der Straße zusammenzufügen.

Rekeleien unter den Korps griffen gleich zwei Grenadierzüge auf. Während bei den Grenadieren von „Lott jonn“ wie bei der Show „The Swan“ „verschönert wird - aus Jägern werden Grenadiere - haben sich die Grenadiere von „Liebe Jungens“ des „kleinen Unterschieds“ angenommen: Der Grenadier geht „brav“ ins Toilettenhäuschen, wohingegen der Jäger die Häuserwand „nutzt“.

 
 
Pressestimmen im Jubiläumsjahr 2001
 
Die Neuß Grevenbroicher Zeitung schrieb:
 

Vor 25 jahren gründeten sieben Schützen den Jägerzug "Flotte Hirsche"

Die Wiege des Zuges stand "Em Höttche" - bei "Ferkes Tünn"

 

 

 

Blättert man in den Annalen jener Züge, die auf ein schon langes Bestehen zurück blicken können, so findet man unter den Zuglokalen immer wieder Namen, über die die Akten längst geschlossen sind. Die Geschichte von Schützenzügen ist auch die leidvolle Geschichte vom Wirtshaussterben, von dem die Innenstadt in ganz im ganz besonderen Maße betroffen ist. Wer sich einmal des letzte vor dem Zweiten Weltkrieg herausgebrachte Adressbuch zur Hand nimmt, bekommt das hautnah demonstriert.

Zu den Zügen, die in einem heute nicht mehr existierenden Lokal das Licht der Welt erblickte, gehört der Jägerzug "Flotte Hirsche", der vor dem Schützenfest 1976 in der Gaststätte "Em Höttche" gegründet wurde. Wenn das Lokal, das von Eingeweihten auch gern "Bei Ferkes Tünn" genannt wurde, auch erst vor einigen Monaten schloss, so ist auch diese Gaststätte auf die Verlustliste zu setzen. Die Mundart-Bezeichnung des Hauses ist übrigens auf den Vornamen des langjährigen Wirtes Toni Grassmann, der vor allem im Neusser Karneval eine bestimmende Rolle spielte, zurück zu führen, denn er feierte seinen Namensztag am Feste des heiligen Antonius mit dem Zunamen der Einsiedler. Und da dieser heilige so gut wie immer mit einem Schwein dargestellt wurde und auch noch wird, prägte der rheinische Volksmund den Begriff "Ferkes Tünn", mit dem aber auch gleichzeitig der Unterschied zu dem anderen heiligen Antonius, dem von Padua, herausgestrichen wurde.

Sieben junge Neusser waren es vor 25 Jahren, die den Jägerzug "Flotte Hirsche" gründeten: Karl Winfried Fuchs, Josef Granderath, Günter Hannen, Jakob Hannen, Karl Hannen, Karl Heinz Hummel und Gerd Koppelmann. Erster Zugführer wurde Jakob Hannen, der beim ersten Auftritt auf dem Markt zwölf Jäger hinter sich hatte. Im Laufe der 25 Jahre schwankte die Zugstärke zwischen neun und 19 Aktiven, im Jubeljahr zählt der feste Stamm ein Dutzend Jäger.

Mit Abständen wurden bislang sechs Großfackeln gebaut, und über das eigentliche schützenfestliche Geschehen hinaus kommt die Geselligkeit in der Gemeinschaft nicht zu kurz. Fußball- und Bowling-Turniere stehen ebenso auf dem Jahresprogramm wie Schießwettbewerbe und Ausflüge.

Es ist halt immer was los bei den "Flotten Hirschen". Interessant dürfte die Tatsache sein, dass seit Bestehen des Jubelzuges das Blumenhorn nach alter Tradition vom Glehner Jäger-Hauptmann Willi Breuer gesteckt wird.
Angeführt wird der jubilierende Zug beim "25-Jährigen" von Günter Hannen, Jösseleutnant ist Winfried Fuchs, derweil Karl Hannen das Amt des Feldwebels bekleidet. Manes

 
 
Der Stadt Kurier Neuss schrieb:
Flotte Hirsche: Zugausflüge zählen zu den Höhepunkten

Wirft man einen Blick auf das Gründungsdatum der Züge, so fällt einem unwillkürlich auf, dass sie in der Mehrzahl nach einem Schützenfest gegründet wurden - natürlich unter dem Eindruck des gerade vergangenen Festes. Ganz anders war das beim Jägerzug "Flotte Hirsche", der im schönen Monat Mai das Licht der Welt erblickte - in der Gaststätte "Em Höttche" auf der Oberstraße, in der Toni Grossmann das Sagen hatte.

Und es war sozusagen ein "Fähnlein der sieben Aufrechten", die den Grundstein des Zuges vor mehr als 25 Jahren legten. Zum ersten Zugführer wurde der Mitgründer Jakob Hannen gewählt, der beim Erstauftritt auf dem Markt zwölf Jäger kommandierte.

Der Zug hat sich in den vergangenen Jahren auch mehrmals um den Fackelbau verdient gemacht und pflegt zudem den Schießsport. Das Jahr über ist in der jubilierenden Gemeinschaft aber auch so etwas los, wobei Zugausflüge einen hohen Stellenwert haben. Bemerkenswert alsdann noch die Tatsache, dass von Anfang an das Blumenhorn von einem auswärtigen Floristen gesteckt wird - vom Hauptmann der Glehner Jäger.

Günter Hannen ist im Silberjahr Zugführer, Winfried Fuchs der Flügelleutnant und Karl Hannen der Feldwebel. Brasseur

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